Erreicht bis zu 25 cm und gehört damit weltweit zu den größten Krötenarten
Besitzt Bufotoxin, das Fressfeinde abschreckt und giftig für Haustiere ist
Kann bei guter Pflege eine Lebensdauer von 15 Jahren erreichen
Ernährt sich von Insekten, Würmern, Schnecken und kleinen Nagern
Agakröte, Bufo marinus
| Deutscher Name: | Agakröte |
| Wissenschaftlich: | Bufo marinus |
| Synonyme: | Riesenkröte, Rohrkröte, Zuckerrohrkröte |
| Herkunft: | Amazonisches und guayanisches Südamerika östlich der Anden; weltweit vielfach eingeführt |
| Lebensweise: | Terrestrisch sowie dämmerungs- und nachtaktiv |
| Haltungsform: | Geräumiges, ausbruchsicheres Bodenterrarium mit Verstecken und großer Wasserstelle |
| Mindestgröße des Terrariums: | Für ein adultes Tier ab etwa 120 × 60 × 60 cm, besser größer |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | Tagsüber etwa 23–27 °C, nachts etwas kühler; mäßig bis deutlich feucht |
| Beleuchtung: | Klarer Tag-Nacht-Rhythmus; schwaches UVB kann angeboten werden |
| Bodengrund: | Grabfähige, leicht feuchte Erde mit Laubauflage und trockeneren Bereichen |
| Futter: | Abwechslungsreiche, gut ernährte Futterinsekten, Würmer und andere Wirbellose |
| Maximale Größe: | Meist etwa 10–17 cm Körperlänge, große Weibchen über 20 cm möglich |
Lebensraum und Verhalten von Agakröte (Bufo marinus)
Die Agakröte stammt nach heutiger taxonomischer Abgrenzung aus dem tropischen Südamerika östlich der Anden. Ihr natürliches Areal erstreckt sich durch das Amazonasbecken und die Guayanas bis in Teile Brasiliens, Boliviens, Perus, Ecuadors und Kolumbiens. Ältere Literatur fasste unter Bufo marinus häufig zusätzlich Populationen aus Mittelamerika und dem westlichen Südamerika zusammen; ein Teil davon wird inzwischen Rhinella horribilis zugeordnet. In ihrer Heimat besiedelt Rhinella marina keineswegs nur geschlossene Regenwälder. Die kräftige Kröte kommt ebenso an Waldrändern, in offenen Gras- und Buschlandschaften, auf landwirtschaftlich geprägten Flächen und in Siedlungsnähe vor. Wichtig sind erreichbare feuchte Rückzugsplätze und geeignete, stehende oder langsam fließende Gewässer für die Fortpflanzung. Tagsüber ruht sie meist verborgen im lockeren Boden, unter Laub oder in geschützten Hohlräumen. Nach Einbruch der Dunkelheit sucht sie am Boden nach Nahrung. Durch menschliche Aussetzungen gelangte die Art unter anderem in die Karibik, nach Australien und auf zahlreiche Inseln des Pazifiks. Dort kann sie sich invasiv ausbreiten und heimische Tiere durch Fraßdruck und ihre giftigen Hautsekrete gefährden.
Die richtige Haltung
Für die schwere, überwiegend laufende Kröte zählt vor allem großzügige Bodenfläche. Als gut nutzbarer Ausgangspunkt für ein adultes Tier eignet sich ein Terrarium ab etwa 120 × 60 × 60 cm; größere oder sehr kräftige Exemplare profitieren deutlich von mehr Platz. Das Becken muss lückenlos und stabil verschlossen sein. Mehrere geräumige, bodennahe Verstecke, Korkstücke und eine Laubschicht schaffen geschützte Ruheplätze. Eine große, standfeste Wasserschale muss der Kröte das vollständige Hineinsetzen erlauben, dabei aber flach genug sein und einen sicheren Ausstieg besitzen. Das Wasser wird täglich sowie nach Verunreinigungen sofort gewechselt. Der Boden darf leicht feucht sein, sollte jedoch weder vernässen noch dauerhaft sumpfig werden. Gut belüftete, etwas trockenere Zonen geben dem Tier eine echte Wahlmöglichkeit. Eine Wärmequelle wird seitlich oder von oben angebracht und thermostatisch geregelt; starke Bodenheizung unter der bevorzugten Grabstelle ist ungünstig. Einzelhaltung erleichtert Futterkontrolle und Hygiene. Eine Gruppenhaltung verlangt sehr viel Raum, ähnlich große Tiere und genaue Beobachtung wegen Futterkonkurrenz und möglichem Kannibalismus.
Die richtige Bepflanzung
Eine naturnahe Bepflanzung ist möglich, muss jedoch der Masse und Grabaktivität der Agakröte standhalten. Robuste, ungiftige Pflanzen können geschützt in schweren Töpfen oder hinter stabilen Wurzeln eingesetzt werden. Empfindliche Bodendecker werden häufig niedergetreten oder ausgegraben. Laub, Korkrinde und breite Wurzelstücke strukturieren die Bodenfläche meist zuverlässiger als eine dichte Bepflanzung. Alle verwendeten Pflanzen und Dekorationen müssen frei von Pflanzenschutzmitteln, Düngerresten, scharfen Kanten und verschluckbaren Kleinteilen sein. Bei bioaktiver Einrichtung bleibt eine regelmäßige Kontrolle der stark belasteten Futter- und Wasserbereiche notwendig.
Beleuchtung, UV, Heizung und Luftfeuchte
Bewährt hat sich tagsüber ein Temperaturgefälle von ungefähr 23–27 °C mit einer lokal etwas wärmeren Zone. Nachts darf die Temperatur auf etwa 20–22 °C sinken. Anhaltende Überhitzung und trockene, stehende Luft sind zu vermeiden. Die Luftfeuchte kann überwiegend im Bereich von etwa 60–80 % liegen, wobei gute Belüftung und ein Wechsel zwischen feuchten und weniger feuchten Bodenstellen wichtiger sind als ein dauerhaft hoher Messwert. Gesprüht wird bedarfsgerecht mit geeignetem Wasser, ohne das Tier ständig direkt zu beregnen. Ein geregelter Tag-Nacht-Rhythmus von ungefähr zwölf Stunden unterstützt die Orientierung. Die überwiegend nachtaktive Art gilt nicht als ausgeprägte Sonnenanbeterin; schwaches UVB in einer gut strukturierten Beleuchtungszone kann dennoch angeboten werden. Schattenplätze müssen jederzeit erreichbar bleiben. UVB-Stärke, Abstand und Vitamin-D3-Supplementierung sind aufeinander abzustimmen.
Fütterung
Agakröten sind sehr futterorientierte Beutegreifer. Im Terrarium bilden abwechslungsreiche Wirbellose die sinnvolle Grundlage, beispielsweise Regenwürmer, Schaben, Grillen, Heuschrecken und geeignete, kontrolliert gezüchtete Schnecken. Die Futtertiere sollten vor der Verfütterung hochwertig ernährt und passend zur übrigen Versorgung regelmäßig mit Calcium sowie gezielt mit einem Amphibien-Mineralstoffpräparat ergänzt werden. Vitaminpräparate und Vitamin D3 dürfen nicht wahllos überdosiert werden; ihre Anwendung richtet sich unter anderem nach Futterplan und UVB-Angebot. Wild gefangene Futtertiere sind wegen möglicher Pestizide und Parasiten problematisch. Kleine Wirbeltiere gehören zwar zum natürlichen Beutespektrum großer Exemplare, sind für eine ausgewogene Routinefütterung jedoch nicht erforderlich. Zu energiereiche Fütterung begünstigt Übergewicht. Häufigkeit und Menge werden deshalb an Alter, Aktivität, Temperatur und Körperzustand angepasst. Nicht gefressene Futtertiere werden zeitnah entfernt.
Geschlechtsunterschiede
Weibchen werden im Durchschnitt größer und massiger als Männchen. Erwachsene Männchen besitzen während der Fortpflanzungszeit dunkle Brunftschwielen an den Fingern und können mit einem anhaltenden, trillernden Ruf auf sich aufmerksam machen. Ihre Rückenhaut wirkt häufig rauer und teilweise gelblicher, während Weibchen eher braun bis dunkel marmoriert erscheinen. Färbung und Hautstruktur sind jedoch variabel und allein keine sichere Geschlechtsbestimmung. Bei noch nicht ausgewachsenen Tieren ist eine zuverlässige Zuordnung oft schwierig.
Zucht, Fortpflanzung und Entwicklung
Die Fortpflanzung findet im Wasser statt und wird in der Natur häufig durch Wärme und kräftige Regenfälle angeregt. Das Männchen umklammert das Weibchen im Amplexus; anschließend werden sehr lange gallertige Laichschnüre mit mehreren Tausend Eiern abgelegt. Für einen verantwortbaren Zuchtversuch ist ein separates, großzügiges Wasserbecken mit sicherem Ein- und Ausstieg, stabilen Wasserwerten und sorgfältiger Überwachung erforderlich. Die Larven entwickeln sich vollständig aquatisch, bevor die Jungkröten an Land gehen. Eier, Kaulquappen und Jungtiere können ebenfalls toxisch sein. Aufgrund der enormen Nachkommenzahl, der möglichen Lautstärke rufender Männchen und des invasiven Potenzials sollte die Zucht nur mit einem belastbaren Unterbringungs- und Abgabekonzept erfolgen. Laich, Wasser, Bodengrund oder Tiere dürfen niemals in die Umwelt gelangen.
Endgröße und Lebenserwartung
Ausgewachsene Agakröten erreichen häufig ungefähr 10–17 cm Kopf-Rumpf-Länge. Besonders große Weibchen können mehr als 20 cm messen; dokumentierte Ausnahmeexemplare liegen bei etwa 23–25 cm. Die Endgröße schwankt deutlich mit Geschlecht, Herkunft und individueller Entwicklung. Neben der Länge ist das kräftige, breite Körperformat bei der Planung von Terrarium, Verstecken und Wasserschale zu berücksichtigen.
Nice-to-Know
Trotz des früher verbreiteten englischen Namens „Marine Toad“ ist die Agakröte kein Meerestier. Sie lebt überwiegend an Land und sucht Gewässer vor allem zur Fortpflanzung sowie zum Einweichen auf. Ihre Anpassungsfähigkeit machte sie nach Aussetzungen in mehreren Weltregionen zu einer problematischen invasiven Art. Das Tier darf daher unter keinen Umständen ausgesetzt werden. Agakröten sind vorwiegend nachts aktiv und können feste Futterplätze rasch mit der Fütterung verknüpfen. Sie sind Beobachtungstiere und sollten nicht unnötig angefasst werden.
Giftigkeit und Vorsichtsmaßnahmen
Die großen Ohrdrüsen hinter den Augen können bei Stress ein weißliches, stark wirksames Abwehrsekret abgeben. Es darf weder in Augen, Mund, Nase noch auf verletzte Haut gelangen. Besonders für Hunde, Katzen und andere Terrarientiere kann das Belecken oder Verschlucken der Kröte lebensgefährlich sein. Das Terrarium muss deshalb für Kinder und Haustiere unzugänglich stehen. Notwendiges Umsetzen erfolgt möglichst in einem geeigneten Behälter oder mit angefeuchteten, puderfreien Einmalhandschuhen. Anschließend werden Hände und verwendete Geräte gründlich gereinigt. Bei Schleimhautkontakt wird sofort ausgiebig mit Wasser gespült und medizinischer Rat eingeholt; nach Kontakt eines Haustiers ist umgehend eine Tierarztpraxis beziehungsweise ein tierärztlicher Notdienst zu verständigen.
| Telefon: | Terraristik: Telefonberatung (8.30-15.00 Uhr) und Anforderung aktueller Tier-Fotos per WhatsApp: 016099593364 |
|---|---|
| Temperaturbereiche: | Mäßig warm (22-23°C) – wenig zuheizen, Sehr warm (27-30°C) – viel heizen, Warm (24-26°C) – heizen |















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